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Call-Center: Kolleginnen, die den Kopf hinhalten.
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Wenn das Telefon klingelt, steigt der Blutdruck.
Pausenlose Kommunikation macht Menschen, die im Call-Center arbeiten,
nicht Spaß sondern Stress. Die aktuellen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse
fließen kaum in die Praxis solcher Servicezentralen ein.
Ein Forschungs-Team der TBS will herausbekommen, wie solche Jobs menschenfreundlicher gestaltet werden können. "Wir suchen nach realistischen Konzepten", sagt Regine Rundnagel von der TBS Hessen.
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Ständig freundlich bleiben |
Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Arbeit in Call-Centern sehr anstrengend
ist. Die Kolleginnen - hier werden viele Frauen beschäftigt - müssen ständig
freundlich bleiben. Das fällt besonders schwer, wenn sie mit Beschwerden überhäuft
werden, die sie selbst gar nicht zu verantworten haben. Mitarbeiterinnen von
Call-Centern fühlen sich emotional oft ausgebrannt. Es greift ihr Selbstwertgefühl
an, wenn Anrufer sie mit Detailfragen überfordern, für die sie eigentlich gar
nicht geschult sind. Die Beschäftigten fühlen sich dann schnell als inkompetente
Versager. Trotz der Fragenvielfalt ist ihre Arbeit oft monoton: Ein Anruf nach
dem anderen muss bewältigt werden. Das Display zeigt an, wieviele Anrufe noch
in der Warteschlange warten. Es geht pausenlos weiter. Menschlicher Kontakt
kommt gerade bei kurzen Gesprächen nicht zustande.
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Erschöpfungszustände sind bei Call-Center-Mitarbeitern
stärker ausgeprägt als bei Krankenschwestern, Sozialarbeitern oder Polizisten.
Das ist auch kein Wunder. Schließlich hält das Personal an der Telefonstrippe
buchstäblich all denen den Kopf hin, die irgendetwas von einem Großkonzern wollen:
Banken, Versicherungen, Telekommunikations-Unternehmen, Fluggesellschaften,
Versandunternehmen und zunehmend auch Behörden haben solche Auskunftsdienste.
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Ansatzpunkt Ergonomie
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Da es sich um ein neues Berufsfeld handelt, gibt es noch nicht allzu viele
Erfahrungen, wie die Arbeit am Telefon möglichst stressfrei zu gestalten
ist. Die TBS sieht mehrere Ansatzpunkte - zum Beispiel im Bereich der
Ergonomie.
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Managamentaufgaben |
TBS - Expertin Regine Rundnagel erkennt auch
spezifische Führungsaufgaben für die Manager: "Sie müssen zum Beispiel
dafür sorgen, dass die Kollegen so geschult sind, dass sie die Anforderungen,
die an sie gestellt sind, auch wirklich erfüllen können.." Regelmäßige
Pausen, vielleicht sogar leichte Gymnastik-Übungen im Büro, können dazu beitragen
Belastungen zu mindern. Es kommt darauf an, dass Call-Center-Mitarbeiterinnen
sich nicht alleingelassen fühlen, sondern spüren, dass ihre Arbeit für das Unternehmen
wichtig ist und geschätzt wird und das sie in die Gestaltung ihrer Arbeit einbezogen
werden.
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Qualifizierung
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Die Erfahrung lehrt, dass bisher gerade in Call-Centern mit relativ geringen
Qualifikationsanforderungen oft von zu hohen und damit überlastenden Leistungsvorgaben
ausgegangen wird. Die erfolgreiche Arbeit am Telefon lässt sich nicht wie ein
Fließband organisieren. Wer zufriedene Kunden haben will, braucht qualifizierte
und zufriedene Mitarbeiter und muss folglich deren kommunikative Kompetenz fördern.
Wie das im Einzelnen geht will die TBS im Auftrag der Verwaltungsberufsgenossenschaft
und dem Bundesarbeitsministerium ergründen. Die Ergebnisse sollen in zwei Jahren
vorliegen und dann allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Dazu
wird es unter anderem Seminare und Veranstaltungen geben.
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