|
|
 |
Aufschwung in einem vernachlässigten Bereich
Ein Pilotbereich von MNPS beim MAN-Motorenwerk in Nürnberg ist die Zahnradfertigung, die in der Vergangenheit bei Investitionen eher vernachlässigt worden war.
|
Nach der Osterweiterung kam MAN mit der Motoren-Produktion nicht mehr hinterher. Konnte die eigene Zahnradfertigung mit ihren rund 300 Beschäftigten nicht genügend Zahnräder herstellen, wurden Aufträge vergeben, investiert wurde nicht. Für unterschiedliche Typen mussten die Maschinen mit großem Aufwand umgerüstet werden. Niemand wusste, wo wie viele Zahnräder welchen Typs lagerten.
MNPS ließ kaum einen Stein auf dem anderen. Statt mit allen Maschinen alle Typen zu produzieren, wurden so genannte Rennerlinien eingerichtet. An jeder Maschine wird nur noch ein Typ hergestellt. Rüstzeiten fallen weg. Das Hallenlayout wurde umorganisiert. So entstand auch Platz für neue Sozialräume. Hallenboden und Lüftungsanlage wurden ebenfalls saniert.
Garant des Erfolgs war das MNPS-Team: zwei McKinsey-Berater, zwei Betriebsräte und Fachleute aus der Arbeitsvorbereitung. Auch der Werksarzt und die Fachleute für Arbeitssicherheit wurden konsultiert. Beim Start des Projekts gab es eine „große“ Mitarbeiterbefragung. Zum Projektende ist eine zweite geplant. Alle 14 Tage werden die Beschäftigten schriftlich gefragt, wie die Arbeit derzeit läuft.
„Die McKinsey-Leute haben bei uns einiges über Mitarbeiterbeteiligung gelernt“, stellt Betriebsrat Wansch fest. Basis war die Betriebsvereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen und Entgeltabsenkung ausschließt. Am Anfang wurde das gesamte Projekt in jeder Schicht vorgestellt. Auch jetzt noch gibt es regelmäßig Infoveranstaltungen. „Wir müssen jeden erwischen und vor allem die Meister überzeugen“, weiß Markus Wansch. Die Transparenz hat mit der Zeit das Vertrauen wachsen lassen. „Wenn einer 20 Jahre lang den Mund nicht aufmacht und dann feststellt, dass sein Vorschlag aufgegriffen wird, haben wir den Mann für das Projekt gewonnen.“
Die Umstellung verlangt den Beschäftigten einiges ab. Sie müssen verschiedene Maschinen bedienen und sich bei der Arbeitsorganisation flexibel zeigen. Dafür, dass sie die notwendigen Schulungen erhalten, hat der Betriebsrat gesorgt. Zur Schichtübergabe finden Gespräche statt. Beschäftigte wie Meister tauschen sich regelmäßig über Fehler und Verbesserungsvorschläge aus. Der konstruktive Umgang mit Konflikten und Kritik wurde in Workshops trainiert.
Früher wurden im Akkord Zahnräder produziert, egal ob gerade welche gebraucht wurden oder nicht. Künftig sollen Leerlaufzeiten in der Produktion intelligent, beispielsweise für Schulungen, genutzt werden. Das müsse sich auch aufs Entgeltsystem auswirken, fordert Markus Wansch. Ihm schwebt Gruppenarbeit mit einem Prämiensystem vor.
|
 |