Was verstehen Sie unter Innovation, Herr Körzell?
Ein wesentliches
Merkmal der zeitgenössischen Wirtschaftsweise ist der unternehmerische
Wettbewerb auf Märkten. In diesem Zusammenhang spielen Innovationen
- verstanden als erfolgreiche Einführung von Neuerungen - eine herausragende
Rolle.
Zwei Arten von
Innovationen können idealtypisch unterschieden werden. Bei Produktinnovationen
handelt es sich um neue Güter oder Güter, die Neuerungen aufweisen.
Prozessinnovationen zielen auf Verbesserungen von Produktionsprozessen,
um Güter gleicher Qualität kostengünstiger zu produzieren. Unternehmer
streben Prozessinnovationen insbesondere deshalb an, weil sie (Extra-)Gewinne
durch Produktivitätssteigerungen erzielen können: Pro Beschäftigten
steigt bei gleichbleibenden Kosten die produzierte Menge. Gerade
durch Prozessinnovationen wird häufig ein Abbau von Arbeitsplätzen
befürchtet.
Auch wenn eine
solche Wirkung von Innovationen tatsächlich auftreten kann, ist
eine Politik, die auf die Förderung des Wettbewerbs durch Innovationen
setzt, grundsätzlich und auch aus der Perspektive der abhängig Beschäftigten
zu bejahen. Innovationen sind durch eine Steigerung der Pro-Kopf-Produktion
und die Schaffung neuer bzw. besserer Produkte in der Lage, das
Wohlstandsniveau einer Volkswirtschaft zu heben. Ein Wettbewerb
zwischen Unternehmen, der auf Innovationen setzt, ist gesamtwirtschaftlich
sinnvoll und das Gegenstück zu einem Wettbewerb, der auf die direkte
Senkung der Lohnkosten setzt.
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