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Dennoch bereiten die Vorstände
bei VDO und Siemens Automotive die Fusion hinter verschlossenen
Türen vor. Keine Rede davon, den Betriebsrat vor Entscheidungen
anzuhören und Alternativen abzuwägen, wie in der Überleitungsvereinbarung
ausgehandelt.
Einstweilen setzt der Betriebsrat auf informelle Kanäle. Er
tauscht mit der Interessenvertretung der Siemens Automotive Informationen
aus. Bei Betriebsbesichtigungen gewinnen beide Seiten einen Eindruck
vom Fusionspartner.
Und der verheißt nichts Gutes: „Die Synergien sind noch
viel größer, als wir befürchtet hatten“, sagt der
Schwalbacher Betriebsrat Reiner Liebl-Blöchinger, mithin auch
die Gefahr, dass Jobs verloren gehen. Außerdem gibt es Anzeichen,
dass Siemens Automotive der VDO „auf kaltem Weg“ die eigenen Strukturen
aufgedrückt.
Informell funktioniert der gemeinsame EDV-Ausschuss bereits, den
die TBS Hessen berät. „Zwei Kollegen von Siemens Automotive
sind als Gäste dabei“, erläutert Liebl- Blöchinger.
Paradox ist, dass schon die vorhandenen unzureichenden Informationen
zu komplex sind, um sie zu verarbeiten.
Wichtig wäre bessere Qualifizierung für Betriebsräte.
Die traditionellen Angebote reichen nicht mehr aus. Reiner Liebl-Blöchinger
und der Vorsitzende des Betriebsrats Herbert Kasper fordern eine
gewerkschaftliche „Fachhochschule für Betriebsräte“.
Externe und interne Berater
Doch auch mit noch so guter Weiterbildung kann ein Betriebsrat
allein die Fusion nicht qualifiziert begleiten.
Notwendig sind externe und interne Sachverständige. Letztere
sollten dafür stundenweise freigestellt werden. Dass sich die
VDO dagegen sträubt, versteht Kasper nicht: „Die Internen haben
doch auch ein Interesse am wirtschaftlichen Erfolg, um ihren Arbeitsplatz
nicht zu gefährden.“ Den Einsatz externer Sachverständiger
muss der Betriebsrat bisher mühsam aushandeln. Bei der Einführung
von SAP R3 zum Beispiel behalf man sich mit Seminaren nach Paragraf
37/6 des Betriebsverfassungsgesetzes.
Die neue Betriebsverfassung soll hier Abhilfe schaffen.
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