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Viele gute Ideen, harte Realität und illusionslose Zwischenbilanz
Seit Mitte 1997 führt die Uniklinik Frankfurt das Finanz-, Controlling- und Materialmanagementsystem R3 von SAP ein. Personalrätin Brigitte Weber schildert ihre Erfahrungen.
Die ehrgeizigen Ziele der Dienststelle waren das erste, was der Personalrat Mitte 1997 über die geplante Einführung von SAP/R3 erfuhr: Ein straffer Projektplan; alle Organisationsabläufe sollten in Frage gestellt werden.
Ein Punkt mehr auf unserer Arbeitsliste.
Ein Workshop des gesamten Personalrats bei der TBS Hessen sollte bei der Arbeitsplanung helfen: Wir diskutierten die Bedeutung der Einführung von R3, dessen inhaltliche Verknüpfung mit anderen Fragen sowie den Stellenwert für unsere Arbeit.
Wir teilten die Alltagsarbeit auf, legten die Zuständigkeiten für Projekte und unseren Unterstützungsbedarf fest.
Für die SAP-Einführung hieß das: Wir wollten in den Projektgruppen mitarbeiten und einen externen Sachverständigen durchsetzen.
Harte Verhandlungen
Am Anfang standen viele gute Ideen: Forderungen des Personalrats zur Einführung von SAP und der Entwurf für eine Dienstvereinbarung, in dem sich diese Ansprüche niederschlugen.
Die Realität sah anders aus: Zähe Verhandlungen mit der Dienststelle; immer wieder die Unterstellung, der Personalrat behindere mit seinen Einwänden den Fortgang des Projekts; unterschiedliche Auffassungen zum Qualifizierungskonzept und Mängel beim Fach- und Zugriffsberechtigungskonzept.

Im Juli 98 wurde SAP/R3 zwar eingeführt. Dennoch stecken wir immer noch mitten drin.
Arbeitszeitregelungen für die Einführungsphase, Schulungen für die MitarbeiterInnen, Verbesserung des defizitären Arbeits- und Gesundheitsschutzes und die fachliche Begleitung sind weiterhin wichtige Punkte für den Personalrat.
Es war trotz der Unterstützung der TBS viel aufwendiger als erwartet, den roten Faden zu behalten und die für den Personalrat wichtigen Themen durchzusetzen.
Wir wollten die MitarbeiterInnen in Abteilungsversammlungen offiziell informieren, ihre Fragen beantworten und Anregungen aufnehmen.
Genauso wichtig war der ständige Kontakt zu einzelnen Arbeitsgruppen, um Sichtweisen, Probleme und Befürchtungen zu erörtern, die öffentlich nicht geäußert wurden.
Lernprozeß für alle
Die SAP-Einführung ist in erster Linie ein Lernprozeß für das Projektteam, für die MitarbeiterInnen und für den Personalrat.
In einer vorläufigen Bilanz kritisiert der Personalrat, daß die Machtverhältnisse im Hause statt einer Neugestaltung der Abläufe nur eine suboptimale, funktionsorientierte Einführung zuließen.
Klare Gewinner sind die Mitglieder des Projektteams, die als erste mit dem System umgehen mußten, Voreinstellungen vorgenommen und ihre Claims abgesteckt haben.
Das muß bei künftigen Projekten stärker bedacht werden.
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