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Wie sind Sie vorgegangen?
Wir wurden in Workshops und Arbeitsgruppen des Unternehmensberaters
eingebunden und fühlten uns häufig über den Tisch gezogen.
Wir brauchten externe Unterstützung und wandten uns an
die TBS Hessen. Klar war, dass wir nicht alle Arbeitsplätze und den Stundenlohn
würden halten können.
Welche Aufgabe hatte die TBS?
Was uns der Unternehmensberater auftischte, besprachen wir mit
dem TBS-Berater und entwickelten mit ihm Alternativen.
Die hielt der Unternehmensberater zwar häufig für undurchführbar.
Dennoch haben wir durchgesetzt, dass in die Edelstahlfertigung investiert
wurde. Heute zeigt sich, dass unser Vorschlag genau der richtige
war.
Um welche Themen ging es in den Workshops?
Es ging um indirekten Tätigkeiten, unproduktive Abwesenheitszeiten,
Auftrags- und Materialfluss, Technologien - die gesamte Ablauforganisation.
Da erwies es sich als günstig, dass uns die TBS bereits zwei Jahre
zuvor bei der Einführung eines Produktionsplanungssystems beraten
hatte. Mit den Verbesserungsideen der Beschäftigten wurden die Rationalisierungsziele
noch übertroffen.
Die Entlohnung war dennoch ein heftiger
Streitpunkt. Warum?
Der Arbeitgeber wollte ein tarifwidriges System durchsetzen.
Das gelang zunächst auch mit der Stimme des neutralen Vorsitzenden
in der Einigungsstelle.
Wir drohten damit, die Entscheidung anzufechten.
Mit Hilfe des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, eines
IG Metallers, haben wir die Geschäftsleitung zum Kompromiss bewegt.
Wie sieht der aus?
Wir hatten eine Beschäftigungsgarantie bis Ende September 1999.
50 Arbeitsplätze wurden sozial verträglich abgebaut.
Der Lohn wurde um bis zu fünf Prozent gekürzt, aber nur, wenn er
nicht unter das Tarifniveau sank.
Das klingt recht erfolgreich. Wo lag
das Problem?
Kaum ein Betriebsratsmitglied hatte die Zeit und traute sich zu,
sich in die komplizierte Materie einzuarbeiten. Heute bin ich einziger
Freigestellter und würde so etwas allein gar nicht packen. Und für
die anderen ist es schwierig, das zusätzlich zu ihrer Arbeit zu
bewältigen.
Wie wäre das Problem zu lösen
Der Reformentwurf für die Betriebsverfassung ermöglicht, eine
volle Freistellung aufzuteilen.
Da kann man sich besser spezialisieren - einer für die Arbeitssicherheit,
einer für die Entlohnung. Aber es sollte nicht nur volle Freistellungen
geben. Warum nicht eine halbe Freistellung ab hundert Beschäftigten,
ab 350 eineinhalb Freistellungen.
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