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Die verschiedenen Ausrichtungen: Weiches und hartes GPS

Abgesehen davon, dass die Implementierung der GPS individuell an das Unternehmen angepasst geschehen sollte, erkennt Spath (2003: 11) eine Unterteilung der GPS Typen. Diese Trennung unterscheidet zwischen weichen und harten Erfolgsfaktoren.

Je nachdem, wie / ob ein Unternehmen mehr die weichen oder harten Faktoren gewichtet, entsteht ein grundlegend andere Typen von GPS. Spath et al. (2003:11) bewertet diese Unterschiede zwar als auf den ersten Blick kaum sichtbar ­ bei einem Besuch im Unternehmen sind sie jedoch sofort spürbar. (Spath 2003:11)


Weiche Erfolgsfaktoren Harte Erfolgsfaktoren
sind immateriell und beschreiben Faktoren wie Fähigkeit, Beteiligung, Werte und Kultur. sind formal dokumentierbar und damit materiell fassbar. Sie können in Strategiepapieren, Arbeitsanweisungen und Zielsystemen konkret beschrieben werden.
Verantwortliche Einbindung der Beteiligten; Qualifikation, Information und Beteiligung; Dezentrale Eigenverantwortung; Individuelle Abweichungen; Hilfestellung (Checklisten, Beispiele, Leitfäden); Verbindlicher Anspruch, den besten bekannten Weg zu benutzen; Sinn, Einsicht und Win-Win-Situationen; Führung durch persönliches Commitment (Vorleben, Thematisieren, Einfordern) Detaillierte, expertenzentrierte Planung; Umfassende, formale Dokumentation; Zentralisierte Entscheidungen; Einheitliche Lösungen; Konkrete, umfassende Regelwerke; Verbindlichkeit bezüglich der Einhaltung der Regelwerke; Druck Vorgaben einzuhalten; Führung durch lückenlose, tief gegliederte Zielsysteme
Die weichen Faktoren stellen eine Toolbox für die MitarbeiterInnen her und gibt sie in deren Verantwortung. (Spath 2003:11) Die harten Erfolgsfaktoren ergeben eher ein Führungsinstrument für das Management, indem sie die Zuständigkeiten eines Unternehmens dokumentieren und formalisieren. Damit können die Arbeitsweisen durchgesetzt werden, die die Führungsebene für angebracht hält.

Betrachtet man die Entwicklung der GPS, so ist am Anfang eine Dominanz der harten Erfolgsfaktoren zu erkennen, die sich in jüngster Zeit zu Gunsten von weichen Erfolgsfaktoren verändert. Laut Spath (2003:11) sind Unternehmen, die die weichen Faktoren betonen ”überaus erfolgreich in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit, Kundenzufriedenheit und zufriedene, engagierte Mitarbeiter“Innen. (Spath 2003:11)

Ferner sehen Korge und Lentes (2009) die Herausforderung bei der GPS-Implementierung nicht nur in der Realisierung optimaler Produktionsprozesse, sondern vor allem darin ”die Anforderungen von Menschen, Organisation und Technik unter einen Hut zubringen.“ (Korge & Lentes 2009: 573) Defizite erkennt er in der Nicht-Beachtung des Menschen im Produktionsprozess, obwohl seine Bedeutung stetig steigt. Denn nur der Mensch kann die Kreativität liefern, auf die ein innovatives Unternehmen im Verdrängungswettbewerb des Marktes angewiesen ist. Damit die Kreativität und Leistungsfähigkeit der MitarbeiterInnen jedoch wirklich erschlossen werden kann, müssen diese hinter den organisatorischen Lösungen stehen und diese leben. Die Unterstützung der MitarbeiterInnen erfordert dabei die Einbeziehung der weichen Faktoren: Information, Qualifizierung und Partizipation (Korge & Lentes 2009: 573-4).

Die weichen Faktoren können dann laut Korge und Lentes (2009: 573) auf folgender Weise umgesetzt werden:

  1. die Menschen durch eine geeignete Organisation in die Lage zu versetzenden Unternehmenserfolg zu gestalten./li>
  2. durch Einbindung und Personalentwicklung die dazu notwendigen Fähigkeiten zu entwickeln und
  3. alle MitarbeiterInnen in die Planung und auch in Entscheidungen einzubinden.

Dazu kommt das intensive Streben nach Vertrauen und Win-Win-Situationen.

Quellen:
Spath, Dieter 2003: "Ganzheitliches Produktionssystem ­ eine neue Chance für produzierende Unternehmen", in Ratio Nr.3 (2003), S.9-11
Korge, A. & Lentes, H.P. (2009:. Ganzheitliche Produktionssysteme: Konzepte, Methoden, Erfolgsfaktoren, in: H.-J. Bullinger u.a. (Hg.), Handbuch Unternehmensorganisation (S.569-574). Berlin: Springer Verlag