Interaktiv statt Standard
Data Warehouse – Data Mining
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Zum Stellenwert
In den
Unternehmen und Verwaltungen werden heutzutage viele Softwaresysteme
für die Unterstützung von Geschäftstätigkeiten
und Produktion eingesetzt. Jedes Softwareprodukt bietet normalerweise
auch Funktionen zur Steuerung und Auswertung von Prozessen an. Dabei
werden in aller Regel personenbezogene Daten erfasst,
gespeichert und verarbeitet.
Die in den
Unternehmen und Verwaltungen eingesetzte Software sind zu
unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt worden und die Systeme
sind aktuell in einem ganz mannigfaltigen Maße integriert.
Neben ERP - Systemen, die alles integrieren (wollen) – wie z.
B. SAP – gibt es auch den Flohzirkus aus neben einander
betriebenen Software mal mit Schnittstellen verbunden, mal ohne
Verbindung.
Die
Möglichkeiten, die sich durch technischen Fortschritt ergeben
und die Interessen, die vielen Daten, die in den unterschiedlichen
Systemen enthalten sind, der Organisation als Information (Stichwort
Wissensmanagement) zur Verfügung zustellen, haben zur
Entwicklung von sog. Data Warehouse – Systemen geführt.
Mit ihnen, so wird versprochen, kann der gesamte Datenbestand eines
Unternehmens integriert ausgewertet werden.
Data Warehouse – System
Ein Data
Warehouse verknüpft die unterschiedlichsten Daten miteinander,
um sie der Unternehmenssteuerung unter einheitlichen Gesichtspunkten
aussagekräftig zur Verfügung zu stellen.
Data
Warehouse – Systeme bieten häufig Funktionen:
zum Daten Management
zur Abfragebehandlungen
(sog. OLAP – Prozesse)
zur Definition,
Steuerung und Überwachung von Datenflüssen
sowie Extraktionstools.
Als moderne
Versionen von entscheidungsunterstützenden Systemen
können sie aus allen operativen betriebswirtschaftlichen,
produktionssteuernden sowie prozess- und
kommunikationsunterstützenden Software die Stamm- und
Bewegungsdaten extrahieren.
Dazu werden
diese Daten aus den Datenbanken oder Dateisystemen gelesen und in
einer einheitlichen Data Warehouse – System - Datenbank
gespeichert, die für Auswertungszwecke optimiert ist.
Im SAP Data
Warehouse – System „Business Warehouse“ z. B.
werden Daten in InfoObjekte als kleinste betriebswirtschaftliche
Einheit (z.B. Kunde) abgebildet und in InfoCube – Objekte für
mehrdimensionale (aktuell bis 16) Reports vorgehalten.
Die Daten in
den Data Warehouse – Systemen sind dann unabhängig von der
Speicherung bzw. Löschung in dem operativen System hinterlegt
und können dort separat aktualisiert werden.
Data Mart
Die Zusammenfügung des umfassenden Datenbestandes eines Unternehmens
/ einer Verwaltung ist bisweilen nicht zweckdienlich bzw. auch unter
heutigen Bedingungen manchmal kaum oder nur mit unverhältnismäßig
hohem Aufwand möglich.
Deshalb können auch nur die Datenbestände einzelner Abteilungen
oder einzelner Geschäftsbereiche zusammen gesammelt werden. Dann
wird dieses Data Warehouse – System „Data Mart“
(Marktplatz) genannt.
Auswertungsmöglichkeiten
Das Business
Warehouse System von SAP bietet eine Reihe von
Auswertungsmöglichkeiten, die hier exemplarisch für
Auswertungen in Data Warehouse – Systemen stehen:
Business Explorer
Browser mit Reporting Menu
Business Explorer
Analyser für Queries als Zusatz für MS-Excel
Formatiertes Reporting
auf Basis der Crystal Reports
Web Application Designer
- Reporting übers Internet
Business Content als
Szenarien für die Analyse von Geschäftsprozessen (im
Prinzip Übernahme der Standardreports von SAP – HR)
Bei diesen
Auswertungen – wie bei allen Formen von Datenauswertungen-
handelt es sich um regelbasierte Ansätze. Das hat die
Konsequenz, dass die Wirklichkeit in Abhängigkeit von der
Fragestellung und dem Regelwerk interessengeleitet abgebildet wird.
Nicht die Wirklichkeit kommt heraus, sondern die, wie
sie der Manager sehen will!
Data – Mining
Eine
besondere und zusätzliche Form der Auswertung ist die sogenannte
Data Mining Funktion.
Da dieser
Begriff sehr schillernd benutzt wird – die Beliebigkeit
resultiert vor allem aus den Verkaufsargumenten –, mag das
Idealtypische dieser Funktion hier zur Erläuterung ausreichen:
Mit Hilfe von
statistisch – mathematischen Verfahren können vor allem
große Datenbestände ausgewertet werden, indem 2
unterschiedliche Momentaufnahmen, zwischen denen möglichst
kleine Veränderungen durchgeführt wurden, verglichen
werden, so dass Muster, die aus diesen Veränderungen
resultieren, deutlich werden. Z.B. Umsatz bzw.
Leistungskennzahlen eines Unternehmens, wenn zwischen den Zeitpunkten
A und B der Beginn der Arbeitszeit um 15 min. verlegt wurde oder
Abteilungsbesprechungen durchgeführt wurden oder für
bestimmte Mitarbeitergruppen Weiterbildungen durchgeführt
wurden, oder ....
Chancen von Data Warehouse –
Systemen
Die
Möglichkeit der Verknüpfung von Daten aus verschiedenen
Unternehmensbereichen (technische, finanzwirtschaftliche,
personalwirtschaftliche Kennzahlen) schafft eine ‚neue’
Sicht auf die Organisation.
Die
Möglichkeit der Einbindung und Analyse aggregierter historischer
Daten aus allen Systemen erlaubt eine Vergleichbarkeit unter
erweiterten Zeitaspekten.
Die
operativen Systeme werden entlastet, da die Reports im Data Warehouse
– System ausgeführt werden.
Verschiedene
Berichte können in einem Bericht zusammengefasst werden, wodurch
sich eine neue Qualität der Auswertung ergibt.
Die Systeme
bieten fürs Controlling größere Flexibilität.
Auswertungen
können entlang den Geschäftsprozessen orientiert
konstruiert werden.
Das effektive
Arbeiten mit Data Warehouse – Systemen fordert Qualifizierung
für die Beschäftigten.
Risiken von Data Warehouse –
Systemen
Die
dynamische Entwicklung der Systeme erzeugt eine Notwendigkeit zu
ständigem Update und Upgarde.
Gefahren für
den Datenschutz
Die flexiblen
Auswertungsmöglichkeiten erlauben es kaum, für die
Speicherung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten konkrete
Zweckbestimmungen festzulegen.
Personenbezogene Daten,
die aus den operativen Systemen ‚herausgeholt’ werden,
werden im Data Warehouse – System zweckentfremde genutzt und
damit im Widerspruch zum Datenschutz ohne konkrete Zweckbestimmung
und unter Umgehung des Gebots von Datensparsamkeit und
Datenenthaltung gespeichert.
Data Warehouse –
System stellen Vorratsdatenspeicher dar, was im Widerspruch zum
Datenschutz steht, der diese Form der Datenspeicherung verbietet.
Man hat kaum eine
Chance, personenbezogene Daten, die im Data Warehouse – System
drin sind, wieder herauszubekommen.
Der erhöhte
Qualifizierungsaufwand u.a. für das Modellieren von
Auswertungen, wird bei den bestehenden Mängeln in der
betrieblichen Weiterbildung nicht umgesetzt.
Die
vielfältigen Auswertungen der Data Warehouse – System
fördern die Gefahren, das der Beschäftigte zum gläsernen
Mitarbeiter wird.
Die
Kennzahlen, auf denen die Auswertungen fußen, bilden die
Realität nur begrenzt ab:
Ohne
qualifizierte Mitbestimmung gesetzte Prioritäten und Bildung von
Kennzahlen produziert eine reine Arbeitgeberwirklichkeit, die die
Realität nur begrenzt abbildet. Dies fördert die Gefährdung
des Unternehmenserfolgs.
Die
Modellierung von Auswertungen ist kompliziert, so dass als Ergebnis
herauskommt:
Wichtiges wird nicht
gemessen.
Das Falsche wird
gemessen.
Es wird mit dem falschen
Maßstab gemessen.
Es wird gemessen, aber
man weiß nicht, wofür.
Die
Leistungsverdichtung und der Überwachungsdruck durch den Einsatz
der Systeme wächst.
Handlungshinweise
Ein
konsequentes Gremium wird seine Arbeit immer von bewusst - gemachten
Zielen her bestimmen und steuern.
Die Mitbestimmung der I&KT – Systemen
nach § 87.1.6 macht bei diesen komplexen Systemen nur Sinn vor
dem gesamten Blumenstrauss der Mitbestimmung.
Die
Gestaltung von Data Warehouse – Systemen ist eng verbunden mit
der Frage, wie im Unternehmen geführt wird.
Was machen die
Führungskräfte mit den zusätzlichen Informationen aus
dem Data Warehouse – System?
In welcher Weise üben
sie Einfluss auf die Beschäftigten aus, um
betriebswirtschaftliche Ziele und/oder Ziele des Geschäftsprozesses
zu erreichen?
Inwieweit übernehmen
sie selbst Verantwortung für die Verhältnisse, die die
Zahlen bloß legen?
Die
Festlegung von Kennzahlen und Messgrößen muss vor dem
Hintergrund betriebs- / personalrätlichen Wissens hinterfragt
werden.
Die
Ergebnisse der Data Warehouse – Systeme müssen in einen
Beteiligungsprozess einfließen, in dem auch die Sichtweisen und
Erfahrungen der Betroffenen durch diese eingebracht werden.
Fragestellungen für KMUs
Data
Warehouse – Systeme waren und sind teuer. Der
Administrationsaufwand ist hoch. Beides sind Argumente, die zunächst
gegen den Einsatz von Data Warehouse – Systemen in KMUs
sprachen und teilweise heute noch sprechen.
Andererseits
sind die Vorteile und Notwendigkeiten, die gesamten Daten aus der
Software des Unternehmens der Organisation wieder als Information zur
Verfügung zu stellen, für die Wettbewerbsfähigkeit von
entscheidender Bedeutung.
Aktuell
versuchen die Anbieter von Systemen, schlankere Applikationen
anzubieten, die keine so großen Pflegeaufwand brauchen.
In effektiv
geführten KMUs, die dann auch in einem hohen Maß
beteiligungsorientiert seine müssen, werden die Data Warehouse –
Systeme zu einem unverzichtbaren Bestandteil
entscheidungsorientierter Werkzeuge werden.
Know-how Workshop
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Wir bieten
einem Workshop an, auf dem Fragen des betrieblichen Umgangs mit Data
Warehouse – Systemen diskutiert werden sollen.
Dazu werden 3
Komplexe erörtert:
Die Unterschiede
zwischen klassischem Auswerten und Auswerten im Data Warehouse –
Systemen werden thematisiert.
Die Ziele des Gremiums
bezogen auf die Auseinandersetzung mit IuK – Systemen müssen
deutlich sein.
Der Regelungsgegenstand
von Data Warehouse – Systemen.
Dauer des Workshops: 4 Stunden
Themen des Workshops:
Data Warehouse –
was ist das?
Welche Prozesse sind
betroffen und wie können sie beeinflusst werden?
Der Zusammenhang
zwischen Zielen des Gremiums und Erfolg des Handelns
Eckpunkte einer
Betriebsvereinbarung, die u.a. realisiert, dass;
ein Business Warehouse
so konstruiert ist, dass die ursprüngliche Zweckbindung der
Daten erhalten bleibt. Der Verarbeitungszweck dürfe nur anhand
des Erhebungszwecks definiert werden;
die Weitergabe von
personenbeziehbaren Daten an Dritte verboten ist.
Wie kann der Betriebs- /
Personalrat das System nicht nur kontrollieren, sondern auch
mitgestalten;
Wie kann der Betriebs- /
Personalrat sich an die Einbringung der Ergebnisse des Data
Warehouse – Systems in die Controlling- und
Personalentwicklungsprozesse beteiligt werden;
Interesse?
Wenn Sie
Interesse an solch einem Workshop haben
klicken sie hier:
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