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Im März platzte bei der Transportlogistik GmbH in Mülheim an der Ruhr die Bombe. Der Computer-Hersteller Hewlett Packard (HP) hatte den Vertrag gekündigt. Damit war die 100-prozentige trans-o-flex-Tochter (tof) ihren einzigen Kunden los. Die Ankündigung des Managements, den Betrieb zu schließen und alle 73 Beschäftigten zum 31. Juli 2009 zu entlassen, folgte auf dem Fuße. Zwar stellt die Geschäftsleitung die Sache als reine HP-Entscheidung dar. Doch der Betriebsrat wirft der Führungsetage krasses Missmanagement vor. Jahrelang war es nicht gelungen, weitere Kunden zu gewinnen, angeblich weil sich niemand finden ließ, der zum Geschäft mit HP passte. Transportleistungen kaufte die Transportlogistik bei Dritten ein. "Mit teils viel zu hohen Kosten ", bemängelt Betriebsrat Ralf Wahl. HP-Produkte seien per Bahn nach Italien geliefert worden. Es gelang jedoch lange Zeit nicht, Fracht für die Rückfahrt zu finden. Nach Informationen des Betriebsrats soll die Planungsphase etwa zwei Jahre betragen haben. Mit anderen Worten: Eine Strecke fuhr der Zug leer - mit hohem Verlust. In den Verhandlungen um Interessenausgleich und Sozialplan hat der Be -triebsrat sein Interesse an einer Transfergesellschaft bekundet. Die ist besonders wichtig, da sich viele MitarbeiterInnen nach langjähriger Betriebszugehörigkeit zu echten tof-Spezialisten entwickelt haben. Durch weitere Qualifizierungsmaßnahmen versprechen sich die Belegschaft und der Betriebsrat wesentlich bessere Chancen auf dem kriselnden Arbeitsmarkt. Die drei Speditionskaufleute-Azubis sollen im Frühsommer 2009 und Ende 2009 ihre Ausbildung abschließen. Sie suchen bereits in Eigeninitiative einen neuen Ausbildungsplatz. Die Mehrzahl der Beschäftigten arbeitet in der Verwaltung: Disposition, Kundenservice, Versicherung, Buchhaltung und andere Bereiche. Für sie könnten sich am ehesten neue Arbeitsplätze in einer der tof-Gesellschaften finden. In diesem Zusammenhang ist das jüngste Urteil des Arbeitsgerichts Mannheim bedeutsam, wonach es sich bei trans-o-flex um einen gemeinsamen Betrieb handelt. Wenn das Urteil Bestand hat, muss die Sozialauswahl im Rahmen des Sozialplans über alle tof-Unternehmen vorgenommen werden. Derzeit stößt der Betriebsrat mit dem Hinweis auf die Distributions-GmbHs in der Nachbarschaft noch auf taube Ohren. Das seien alles selbständige Unternehmen, auf die tof keinen Einfluss habe, meinte die Geschäftsleitung. In der tof-Zentrale in Weinheim werden einige Dienstleistungen für Mülheim erbracht. Derzeit bestreitet der Arbeitgeber zwar, dass dort Arbeitsplätze in Gefahr sind. Klar ist jedoch: Missmanagement in einer Tochterfirma zieht auch andere Bereiche in Mitleidenschaft. Die Transportlogistik in Mühlheim hatte 2007 laut Bundesanzeiger einen Umsatz von 43 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Zehntel des Betrags für trans-o-flex insgesamt. Der Anteil ist jetzt weg.
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