SEMINAR DER 4 EUROPÄISCHEN METROPOLEN

BARCELONA, FRANKFURT, LYON, MAILAND

"ARMUT, AUSGRENZUNG UND REICHTUM"

Mailand, den 21./22. Februar 2002

Abschlusserklärung

Die Gewerkschaftsorganisationen von Barcelona, Frankfurt, Lyon und Mailand, die am 21. und 22. Februar in Mailand getagt haben, haben die Themen der sozialen Ausgrenzung und der alten und neuen Armutsformen angesprochen und erörtert. Diese Themen haben angesichts der Tatsache, dass Armutserscheinungen nicht nur auf die Konjunktur sondern auch auf Diskriminierung zurückzuführen sind, Priorität. Unter Berücksichtigung der Landesunterschiede und der verschiedenen Maßnahmenkataloge, bekunden die Gewerkschaftsorganisationen Interesse an einer gemeinsamen Vorgehensweise. Die Gewerkschaftsorganisationen beschließen einstimmig, stabile Beziehungen zwischen den Verantwortlichen für Sozialpolitik aufzubauen, und sich dabei auch der E-Mail und der Links jeweiligen Internet-Seiten zu bedienen, um u.a. eine gemeinsame Datenbank zu erstellen. Die Gewerkschaftsorganisationen halten einen gemeinsamen Beurteilungsmassstab sozialer Entwicklungen für erforderlich. Die Gewerkschaftsorganisationen setzten sich folgende Ziele:

  Diese ersten Arbeitsziele sind zu erreichen, um im Rahmen der europäischen Gewerkschaftsbünde (Europäischer Gewerkschaftsbund und Europäischer Bund der Leitenden Angestellten) eine permanente Beobachungsstelle für Sozialpolitik mit den folgenden Zielsetzungen einzurichten:
  1. eine zentrale Stelle zur Sammlung von nationalen Gesetzgebungen und gewerkschaftlichen Vereinbarungen bezüglich der gemeinsamen anzugehenden Probleme der sozialen Ausgrenzung ins Leben rufen;
  2. eine Form des Dialogs mit der Europäischen Kommission aufbauen, die eine rechtzeitige Benachrichtigung über Maßnahmen im Bereich Armut und soziale Ausgrenzung und die Besprechung der jeweiligen Richtlinien vor der Verabschiedung ermöglicht. Die gleiche Dialogform ist auch mit dem Europäischen Parlament anzustreben, um über dessen sozialpolitische Entscheidungen und die Projekte des Europäischen Sozialfonds sowie andere Finanzierungsfomen der Europäischen Union, informiert zu sein und diese Informationen weiter zu geben;
  3. die Aufmerksamkeit der europäischen Gewerkschaftsbünde (EGB und CEC) stärker auf soziale Themen und auf die Probleme von Personen richten, die unter Schwierigkeiten, Armut und Ausgrenzung leiden;
  4. die europäischen Gewerkschaftsbünde (EGB und CEC) bei der Auswahl von Themenbereichen (auch im Rahmen der Sozialpolitik) unterstützen, über die mit den europäischen Institutionen zu verhandeln ist.

Im Rahmen der Beziehungen der Gewerkschaften der vier Städte übernimmt der Kollege Peter Artzen (NGG Frankfurt/Wiesbaden) die Aufgabe, die Erhebung von Daten bezüglich der Präsenz der McDonald’s-Kette in den vier Städten zu koordinieren.

CCOO Barcelona Yolanda Alcazar

DGB FranKfurt Peter Artzen - Rainer Bicknase

CFDT Lyon Michel Forrler - Dominique Rols

CGT Lyon Pierre Coquan - Gerard Bonin

CFTC Lyon Paul Roche

CFE/CGC Lyon Jacques Perney

CGIL Mailand Corrado Mandreoli - Giovanni Zampariolo

CISL Mailand Fulvio Colombo - Annette Lerna

UIL Mailand Pier Luigi Paolini - Francesco Bova - Patrizia Bisio